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Auf fast jedem Grundstück zu sehen
Geisterhäuser (San Phra Phum) in Thailand dienen als symbolische Behausungen für die Land- und Hausgeister (Phi Phra Phum Chao Thi), die als wahre Besitzer des Grundstücks gelten. Die Geister sollen besänftigt werden, indem ihnen im Geisterhaus ein neues ein Zuhause durch das überbauen ihres Landes gegeben wird.
Die Dankbarkeit zeigen die Geister durch den Schutz, Glück und Harmonie für die Bewohner des Hauses oder Geschäfts. Sie erwarten dafür, dass täglich Opfergaben wie Blumen, Essen, Getränke und Räucherstäbchen dargebracht werden um den Schutz aufrecht zu halten.
Die Häuser für die Geister sind eine animistische Tradition, die parallel zum Buddhismus praktiziert wird und als eine Art „Versicherung“ gegen Unglück dient.
GeisterHäser entstanden aus dem alten, animistischen Glauben, dass jedes Grundstück von Geister bewohnt ist. Beim Bau eines neuen Hauses müssen diese vertriebenen Erdgeister mit einem eigenen, schönen Miniatur-Tempel als Ersatzheimat besänftigt und versorgt werden, um Unheil zu vermeiden und um Schutz und Glück für das neue Gebäude zu bitten. Die Tradition, die auch im Buddhismus toleriert wird, dient der Harmonie zwischen der Geisterwelt und der Menschenwelt.
Siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/Spirit_house/.
Die Geisterhäuser in Thailand (thai: ศาลพระภูมิ – San Phra Phum) sind das Ergebnis einer jahrhundertealten religiös-kulturellen Entwicklung.
Es gibt sie wahrscheinlich seit der Sukhothai- oder Ayutthaya-Zeit (ca. 13.–18. Jahrhundert). Sie sind also mehrere hundert Jahre alt.
Herkunft der Geisterhäuser
Die Tradition der Geisterhäuser ist eine Mischung aus drei Glaubenssystemen:
- Animismus (Urglaube Südostasiens)
- Der älteste Ursprung
- Man glaubte, dass Geister (Phi) in Bäumen, Land, Häusern und Natur wohnen
- Wenn man ihnen keinen Platz gibt, bringen sie Unglück
→ Das Geisterhaus ist ihr „Ersatz-Wohnort“
- Brahmanisch-hinduistischer Einfluss (aus Indien)
- Kam vor über 1’000 Jahren nach Siam
- Besonders wichtig: Phra Phum, der Schutzgeist des Landes
- Daher der Name San Phra Phum
- Ausrichtung, Rituale und Opfergaben stammen oft aus dieser Tradition
- Theravada-Buddhismus
- Der Buddhismus selbst kennt eigentlich keine Geisterhäuser
- Aber Mönche segnen sie, um sie in den Alltag zu integrieren
- Typisch für Thailand: Volksbuddhismus, nicht reiner Lehrbuddhismus
Ursprung und Hintergrund
- Vertreibung und Entschädigung: Wenn ein Haus gebaut wird, werden die Geister, die das Land ursprünglich bewohnten, gestört oder vertrieben. Das Geisterhaus dient als Ersatzquartier, um sie nicht zu verärgern.
- Schutz und Segen: Das Geisterhaus ist eine Geste des Respekts, die den Geist dazu bringt, die Menschen zu beschützen und für Wohlergehen zu sorgen.
Hauptfunktionen des Geisterhaus
- Beschwichtigung der Geister: Sie geben den Geistern ein schöneres, alternatives Zuhause, damit diese nicht in das Hauptgebäude einziehen und Unheil anrichten.
- Schutz und Wohlstand: Zufriedene Geister belohnen die Menschen mit Schutz vor Unglück, fördern Gesundheit, Wohlstand und das allgemeine Wohlergehen.
- Anerkennung der Landbesitzer: Sie zollen Respekt den „Ursprungsbesitzern“ des Landes, bevor Menschen dort bauen.
- Alternative zu bösen Geistern: Sie können auch an Unfallstellen aufgestellt werden, um ruhelose Geister zu besänftigen.
Praktische Umsetzung
- Standort: Meist in einer Ecke des Grundstücks auf einer Säule, hoch genug für Respekt, aber niedrig genug für Opfergaben.
- Ausstattung: Sie werden oft wie Miniaturtempel eingerichtet und mit Spielzeug, Essen, Trinken, Blumen und Weihrauch bestückt, um den Geist bei Laune zu halten.
- Pflege: Tägliche oder regelmäßige Gaben sind wichtig; bei Umzügen oder besonderen Anlässen gibt es größere Rituale.
Die Geisterhäuser bieten eine Form des spirituellen Gleichgewichts und der gegenseitigen Achtung zwischen der sichtbaren menschlichen Welt und der unsichtbaren Geisterwelt, die als integraler Bestandteil des thailändischen Lebens betrachtet wird.
Warum gibt es Gisterhäuser heute noch immer?
- Aus Respekt vor den vertriebenen Geistern
- Aus Angst vor einem Unglück
- Als kulturelle Selbstverständlichkeit
- Selbst moderne Thais stellen oft ein Geisterhaus auf – „zur Sicherheit“

